Montevideo - 400 Kilogramm schwer ist der Hakenkreuz-Adler, den eine Firma vor zwei Jahren aus dem Ozean zog. Der Heckadler aus Bronze und weitere Wrackteile des deutschen Kriegsschiffs "Admiral Graf Spee" könnten künftig in einer Ausstellung zu sehen sein - 70 Jahre, nachdem es vor der Küste Uruguays versenkt wurde. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich für einen "historisch angemessenen Umgang" mit den Überresten ausgesprochen. Er regte bei seinem Besuch in Uruguay an, die Gegenstände in einem Museum auszustellen. "Wir wollen verhindern, dass die Wrackteile, insbesondere die Nazisymbole, in den Handel gelangen können", sagte Westerwelle. In einem Museum könne "der historische Kontext sorgsam aufbereitet werden". Es gehe um eine "konstruktive Lösung". Das deutsche Panzerschiff hatte im Südatlantik in wenigen Wochen neun Feindfrachter von insgesamt 50.000 Tonnen versenkt. Doch am 13. Dezember 1939 wurde die "Graf Spee" 250 Seemeilen vor der Mündung des Rio de la Plata von drei britischen Kreuzern gestellt. Sie griff die "Exeter" an und setzte sie außer Gefecht, erzielte Treffer auf "Ajax", "Achilles". Kapitän Hans Langsdorff suchte daraufhin im neutralen Hafen von Montevideo Zuflucht. Das deutsche Schiff war zwar kaum beschädigt, doch hatte es fast keine Munition mehr an Bord. Die uruguayischen Behörden erlaubten Langsdorff jedoch lediglich, 72 Stunden im Hafen zu bleiben. Mit einer Kriegslist machten die Briten den deutschen Kapitän glauben, an der Mündung des Rio de la Plata erwarte ihn ein mächtiges Geschwader. Daraufhin bat Langsdorff seine Vorgesetzten um die Erlaubnis, die "Graf Spee" selbst zu versenken, damit das Schiff und seine Instrumente nicht den Briten in die Hände fielen. Nachdem die Mannschaft den Panzerkreuzer verlassen hatte, wurde er am 17. Dezember auf dem Rio de la Plata versenkt. Langsdorff nahm sich drei Tage später in Buenos Aires das Leben; die Besatzung war zwei Jahre lang in Uruguay und Argentinien interniert. Erste Wrackteile wurden inzwischen geborgen. "Sehr sensibles Thema" Nach wohlwollenden Worten von Westerwelle müssten nun aber auch Taten folgen, forderte der uruguayische Unternehmer und Bergungsexperte Alfredo Etchegaray. Er hatte in den vergangenen Jahren unter anderem den großen Heckadler, sowie einen der tonnenschweren Entfernungsmesser der "Admiral Graf Spee" gehoben. Etchegaray ist Chef des Konsortiums, das die geborgenen Teile 2006 versteigern wollte. Die uruguayische Regierung befürchtete damals, die Wrackteile könnten in die Hände von Neonazis gelangen. Ein Beamter der deutschen Botschaft in Montevideo sprach damals von einem "sehr sensiblen Thema" für die Bundesregierung. Nun scheint eine Lösung gefunden. Vollständigen Artikel lesen >> Quelle: www.spiegel.de, kgp/AFP/dpa |